11.06.2016

{Travel} Riomaggiore Cinque Terre

Nachdem es jetzt einige Zeit lang auf Grund meiner Reise vorbereitete Posts gab, möchte ich mich jetzt mit etwas Aktuellerem aus Italien melden! Diejenigen unter euch, die mir bei Instagram (inpalemoonlight) folgen, haben vermutlich schon das Ein oder Andere von meiner Reise mitbekommen, hier möchte ich jetzt aber ausführlicher erzählen, was die letzten Wochen so passiert ist.
Am 16. Mai ging es los nach Italien mit dem Ziel Riomaggiore, Cinque Terre. Da meine Schwester zu der Zeit Schulferien hatte, fuhren sie und unsere Mama auch nach Italien in den Urlaub und nahmen mich mit. Nachdem der alte Rucksack meiner Mutter kurz vor Abfahrt kaputt gegangen ist, kauften wir bei Decathlon in Italien einen Neuen, bevor die beiden mich in La Spezia am Bahnhof absetzten. Von dort aus nahm ich den Zug nach Riomaggiore und wenige Minuten später war ich angekommen. Das Wetter war toll, der Bahnhof liegt an den Klippen und der erste Ausblick auf das Meer war einfach wunderschön! Trotz aller Aufregung dachte ich sofort: Hier kann ich es vier Wochen aushalten! 
Riomaggiore ist eine wunderschöne kleine Stadt in Ligurien. Die bunten, am Berg gelegenen Häuser sind malerisch, von den Felsen in der Marina aus hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang, es gibt unzählige Aussichtspunkte an den Klippen, sowie einen kleinen Steinstrand. Autos müssen oben abgestellt werden, die Stadt mit ihren kleinen, verwinkelten Gassen mit unzähligen Treppen ist nur zu Fuß begehbar. Wären da nicht die unzähligen amerikanischen und asiatischen Touristen mit ihren Reiseführern und Kameras, könnte man meinen, man sei direkt in einer Postkarte gelandet...

Aber zurück zu meiner Reise: Mein Host holte mich am Bahnhof ab, wir brachten meine Sachen in die Wohnung und gingen dann zum Meer, wo wir das amerikanische Mädchen trafen, das auch mit Workaway dort war. Sie und mein Host waren bereits ziemlich betrunken, deshalb machte ich mir auch keine allzu großen Gedanken darüber, dass er ab und an eigenartige Kommentare von sich gab und das Mädchen immer wieder am Bein berührte.
In den kommenden Tagen stellte sich leider heraus, dass er im nüchternen Zustand genauso war, ein unglaublicher Macho, der alles was weiblich war anmachte und ins Bett kriegen wollte. Zwar würde er ganz bestimmt nichts "schlimmeres" machen, aber seine Andeutungen, sowie die Tatsache, dass er etwas "touchy" war, waren einfach unangenehm...
Die Arbeit hingegen war im Prinzip in Ordnung, wir mussten lediglich Zimmer putzen und später die Leute einchecken, was beides kein Hexenwerk ist. Das Problem war, dass wir Mädchen alleine oberhalb der Zimmer wohnten, unser Host wohnte woanders. Er erklärte bei Ankunft nichts, man erfuhr alles von jeweils dem Mädchen, das zuerst da war... In den folgenden Tagen gab es mal kein warmes Wasser, ein Mal war aufgrund eines Sturms Stromausfall und am darauffolgenden Tag gab es überhaupt kein Wasser. Immer wieder kamen natürlich Gäste, um sich zu beschweren und wir Mädchen waren damit so ziemlich auf uns alleine gestellt. Es gab Niemanden, der fest dort arbeitete, der vor Ort war und sich wirklich kümmerte. Da jeden Moment jemand vor der Tür, beziehungsweise im Appartement, stehen konnte, um sich zu beschweren und auch unser Host kam und ging wann er wollte, fühlten wir uns einfach unwohl. An dem Tag des Stromausfalls konnten wir die Wohnung überhaupt nicht verlassen, wir mussten uns schließlich um die Gäste kümmern und versuchen, das Problem zu beheben, was uns aber natürlich nicht gelang. Erst nach über einer Stunde kam unser Host dann endlich...
Oft wurde uns auch das Handy überlassen, sodass wir theoretisch in der Nähe bleiben mussten, um sofort da zu sein, wenn jemand einchecken wollte... Soviel zu den drei Stunden am Tag, wie es auf Workaway hieß...im Prinzip mussten wir von morgens bis nachts verfügbar sein, um Fragen zu beantworten, Probleme zu beheben und ein Glas Wein mit unserem Host zu trinken, wenn es ihm einfiel nach Mitternacht mal kurz vorbei zu gucken.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber meine Woche in Riomaggiore war auch durchaus sehr schön" Es gab Momente, in denen unser Host wirklich nett war, er nahm uns ein Mal mit auf sein Boot, kochte uns Mittags lecker Pasta und unterhielt sich ab und an zivilisiert mit uns. Trotz allem hatte ich eine tolle Zeit, ich habe drei wahnsinnig nette Mädchen/Frauen kennen gelernt, mit denen ich jetzt noch Kontakt habe, wir haben so viel gelacht und geredet. Ich habe in der Woche kaum Geld ausgegeben, war mehrmals am Strand, habe einen Ausflug in eine andere Stadt gemacht, den Sonnenuntergang angeschaut, bin durch Riomaggiore gebummelt und bis auf einen Tag war das Wetter toll.
Insgesamt war die Workaway-Situation aber leider einfach nicht die Beste, das Verhalten unseres Hosts, die alleinige Verantwortung für das B&B und die vielen Beschwerden führten dazu, dass wir uns sehr unwohl fühlten. Nach einem weiteren Zwischenfall wollten wir das alles mit ihm besprechen, um die Situation zu verbessern, schließlich ist Riomaggiore so schön, in der Umgebung gibt es so viel zu sehen, so viele Wanderwege und Orte... Letztendlich lief es aber darauf hinaus, dass wir unsere Sachen zusammen packten und ich anstatt vier Wochen nur eine blieb, da er sich nicht kompromissbereit zeigte. 

In dem Moment hat mich das alles total schockiert, es war fast Mitternacht, ich hatte die ganze Zeit schlecht geschlafen und war somit einfach am Ende. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, schließlich hatte meine Reise gerade erst angefangen. Meine Familie war noch in der Nähe und gerade am Abreisen, deshalb fuhr ich früh Sonntag morgens zu ihnen nach Levanto, wo wir tatsächlich noch einen Platz im Hostel für vier Nächte fanden. Nachdem sich alles gesetzt hatte, ich angekommen und alleine war, war ich einfach unglaublich glücklich. Ich habe mich in dem Hostel wohl gefühlt (abgesehen von meinen laut schnarchenden Zimmergenossen), Levanto ist ein schönes Städtchen, das an Cinque Terre grenzt, weshalb ich noch ein paar Tage hatte, um die schöne Gegend zu erkunden. Man trifft in Levanto weniger Touristen an, dafür zwar mehr Urlauber, aber es ist insgesamt einfach so viel ruhiger und die ganze Situation war entspannter. Aber mehr dazu erfahrt ihr dann in Teil einem anderen Post.
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Kommentare

  1. Schön das du uns an deiner Reise teilhaben lässt. Leider hört sich das nicht nach einem guten Start an. Ich hoffe du hast jetzt einen besseren Arbeitsplatz und genießt die Zeit in Italien.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Reise.
    Liebe Grüße Sarah

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  2. Trotz des holprigen Starts, scheint der Erfahrungswert zu überwiegen. Ich bin gespannt auf den weiteren Reisebericht und wünsche viel Spaß, viele Bekanntschaften und tolle Erlebnisse.

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