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7. August 2016

{Travel} seattle

Ihr Lieben,
wie bereits angekündigt, möchte ich heute beginnen, euch von meiner Reise nach Seattle und Kanada zu erzählen. Damit es für euch ein bisschen übersichtlicher ist, habe ich die Sachen, die ich besucht habe, in einer anderen Farbe geschrieben. Falls ihr also mal nach Seattle kommt, könnt ihr euch vielleicht ein bisschen daran orientieren :) Aber erst mal von vorne: als ich in Italien unterwegs war, habe ich bei meinem Workaway ein Mädchen aus Seattle kennen gelernt und wurde von ihr eingeladen, sie besuchen zu kommen. Nach vielem Überlegen und einigen Entscheidungsschwierigkeiten stand dann endlich fest, dass ich gehen würde.
Am vierten Juli war es dann soweit, von Frankfurt aus ging es über Amsterdam nach Seattle. Dass der vierte Juli der Independence Day ist, hatten wir beim Buchen nicht bedacht... Durch die Zeitverschiebung landete ich am späten Vormittag, meine Freundin holte mich ab und wir ruhten bei ihr zu Hause aus, bis wir Nachmittags zu einer 4th of July Party gingen. Es gab, ganz typisch, Barbecue, Getränke und wir spielten Spiele, bis endlich das Feuerwerk anfing. Der Abend war wirklich schön, auch wenn ich irgendwann einfach nicht mehr konnte, denn ich war mehr als dreißig Stunden wach gewesen und hatte auch davor nur zwei Stunden Schlaf bekommen. Da ich so übermüdet war, war die erste Nacht überhaupt kein Problem, in der zweiten und dritten hatte ich dann aber leider trotzdem mit Jetlag zu kämpfen.
Da meine Freundin arbeiten musste hatte sie selten Zeit, und ich verbrachte die meiste Zeit alleine. Zusammen gingen wir aber ein Mal Kanufahren auf dem Lake Washington, was wirklich schön war,  wir besuchten ein Seafood-Fest, gingen Essen und Trift-Shopping. Das ist in Seattle echt cool, denn es gibt einige große Stores mit ziemlich coolen Second-Hand Klamotten, wo ich auch fündig wurde! Ich war zwar natürlich nicht in allen, aber Goodwill kann ich euch auf alle Fälle empfehlen, die Auswahl ist riesig!
Innerhalb Seattles war es auch kein Problem alleine unterwegs zu sein, denn es fahren ständig Busse überall hin.  Ein paar Mal ging ich durch die Geschäfte in Downtown und zum Pike Place Market, einer riesigen, sehr bekannten Markthalle. Dort findet man auf mehreren Stockwerken alles, was das Herz begehrt. Neben vielen Obst- und lokalen Fischständen gibt es internationale Feinkost, auf den unteren Stockwerken findet man auch Schmuck, Bücher, Süßwaren, Cafés, Zauberläden und und und... Eigentlich kann man allein dort einen ganzen Tag verbringen, es gibt einfach so viel zu sehen (und zu essen).
Ein anderes Highlight ist natürlich die Space Needle, Seattles Wahrzeichen. Man kann bis spät abends hoch gehen, ich selber war auch dort, als es bereits dunkel war und es war einfach toll. Der Blick auf die Stadt, die vielen Lichter, Hochhäuser, die Seen ist einfach unglaublich... Tagsüber bei guter Sicht ist es sicher auch super, wobei man dann am besten Karten vorbestellt oder verkauft, denn es ist schon einiges los und man kommt immer nur blockweise rein.
Um die Space Needle herum befinden sich einige Museen, eines davon, das Experience Music Project, habe ich auch besucht. Die Ausstellungen waren echt cool, Fantasy, Nirvana und World-of-Wearable-Art haben mir besonders gut gefallen. Mit zwanzig Dollar fand ich das Museum aber trotzdem recht teuer... Wobei ich das Gefühl hatte, dass man selten billiger davon kommt, weshalb ich mich dann auch dagegen entschieden habe, das Garden and Glass zu besuchen, obwohl ich glaube, dass es wirklich schön ist.
Dafür habe ich eine Underground Tour gemacht, denn bis zum großen Feuer von Seattle war die Stadt niedriger gelegen, nachdem alles niedergebrannt war, hatte man sich aber dafür entschieden, die Straßen höher zu legen, um die ständigen Überflutungen zu vermeiden. Die Tour war super interessant und der Guide war echt lustig, weshalb man ihm gerne zu hörte. Der Underground selber erinnert eher an die Gänge unterhalb eines Klosters, als an eine richtige Stadt, zumal er nach dem Brand nur als kurzfristige Lösung wieder aufgebaut wurde, um die Zeit zu überbrücken, bis die ganze Stadt höher gelegt wurde. Die schönen Eingänge der Läden wurden so direkt in den ersten Stock gebaut, unten wurde alles einfach gehalten. Die Tour hat sich für mich auf alle Fälle gelohnt, da man so viel über die Geschichte der Stadt erfahren hat und wie gesagt der Guide super cool war.
Das Haus von Kurt Cobain war hingegen eher enttäuschend, da es in Privatbesitz und völlig zugewachsen ist. Im kleinen Park daneben haben Fans auf Bänke Zitate, nette Worte geschrieben und Danksagungen geschrieben, was echt berührend ist. Wenn man viel Zeit hat, ist es ganz schön, dort mal vorbei zu gucken, zumal man in dem Viertel, in dem das Haus steht, die ein oder andere Villa bewundern und an einen kleinen Strand liegen kann. Wenn man nur einen Wochenendtrip macht, gibt es sicher Dinge, von denen man mehr hat, als von einem Haus, das man hinter Büschen nur erahnen kann...
An was es Seattle definitiv nicht mangelt, sind Parks und Strände. Ich habe es geliebt, dort kleine Pausen einzulegen, den Blick zu genießen, ein bisschen mein Buch zu lesen oder zu schreiben. Am letzten Tag war ich sogar schwimmen, denn zum Schluss wurde es dann endlich richtig sommerlich. Vor allem den Discovery Park hat mir super gefallen, man sollte sich das nicht entgehen lassen! Nach einem Spaziergang durch den Wald kommt man irgendwann zum Strand, den ihr auf den untersten Bildern sehen könnt. Der Park beginnt direkt neben einem Wohngebiet, aber sobald man den Wald betritt, vergisst man, dass man sich in einer amerikanischen Großstadt befindet und ist im Urwald. Nur die Hydranten, an denen es nicht mangelt, erinnern an die Zivilisation. Der Discovery Park ist der perfekte Ort, um mal raus aus der Stadt zu kommen, wenn man nicht die Zeit (oder das Auto) hat, um wirklich in die Natur zu kommen!
Auch der Kerry Park ist zu empfehlen, wobei das eher ein typischer kleiner Stadtpark ist. Allerdings hat man von dort aus den besten Blick über Seattle, die Space Needle und, bei gutem Wetter, den Mount Rainier im Hintergrund. Der mit Schnee bedeckte Vulkan sieht einfach wunderschön aus, vor allem mit der Stadt im Vordergrund! Ich hätte so gerne einen Ausflug dorthin gemacht, allerdings braucht man dafür ein Auto und meine Freundin hatte leider keine Zeit, mit mir hin zu fahren... Die Bilder vom Kerry Park werdet ihr übrigens am Mittwoch zu sehen bekommen, da es einfach zu viele in diesem Post wurden.
An einem Tag machte ich einen kleinen Ausflug mit der Fähre nach Bainbridge Island. Der Besuch der Insel gehört definitiv auch zu meinen Highlights in Seattle, denn das kleine Städtchen ist einfach super süß. Es gibt zahlreiche nette Läden, viele Möglichkeiten zum Essen und sogar eine Walddorf-Schule. Nach nur 30 Minuten Bootsfahrt (mit Blick auf Seattles Skyline), ist man in einer anderen Welt, in der alles viel kleiner, netter und ruhiger ist, irgendwie unwirklich. Ich aß Sommerrollen, setzte mich ans Wasser und schaute mir die kleinen Geschäfte an. Es war wirklich schön, zumal auch das Wetter mitspielte! Leider bin ich mit den Fotos nicht so zufrieden, weshalb ich hier keine von dem Ausflug poste...

Etwas kritisch fand ich die unzähligen Obdachlosen, Drogenabhängigen und Alkoholiker, die sich direkt in Downtown Seattle vor dem Pike Place Market und den Geschäften aufhalten. Da ich meistens alleine unterwegs war, ging ich immer wenn es dunkel wurde zurück zu meiner Freundin, denn als Mädchen war mir das schon echt unheimlich... Insgesamt war es schade, dass meine Freundin so wenig Zeit hatte, da sie noch am Anfang sagte, was wir alles rund um Seattle unternehmen würden, letztendlich hat dann leider nichts davon geklappt, weshalb zehn Tage in der Stadt etwas lange waren, aber ich habe mich schon zur Genüge darüber geärgert. Aber ich konnte es nicht wissen und so hatte ich eben ein paar entspanntere Tage.

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