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31. August 2016

Precious nights in vancouver

Es gibt für mich kaum etwas schöneres, als eine Großstadt in der Dämmerung und bei Nacht. Während tagsüber ein hektisches Treiben herrscht, jeder es eilig hat und gestresst ist, wird mit Beginn der Dämmerung alles ruhiger. Anstatt vorbei zu eilen, sieht man Leute gemütlich umher schlendern, alles ist viel ruhiger, langsamer, entspannter. Und dann die ganzen Lichter! Es ist so schön, sich irgendwo hinzusetzten und auf die beleuchtete Stadt zu blicken, alle Sorgen scheinen plötzlich kleiner, die Perspektive verändert sich. Ich habe es geliebt, abends am Hafen und am Canada Place zu sitzen, die beleuchteten Gebäude zu sehen, die abfahrenden Kreuzfahrtschiffe und die Lichter an der Lionsgate-Bridge. Es war einfach so perfekt, selten war ich so glücklich, wie an diesen Abenden.

“This is what I like about photographs. They’re proof that once, even if just for a heartbeat, everything was perfect.”
 - Jodi Picoult 

28. August 2016

{Travel} Grouse Mountain

Ihr Lieben,
wie ich bereits erzählt habe, machte ich an einem Tag in Vancouver einen Ausflug zum Grouse Mountain. Vom Canada Place aus fährt ein kostenloser Shuttlebus zur Talstation des Berges, von wo aus man die Möglichkeit hat die Gondel zu nehmen, oder den Grouse Grind zu gehen. Ich entschied mich zu Letzterem. Der Grouse Grind ist ein beinahe 3 Kilometer langer Trail, der zur Bergstation führt. Die Wanderung geht ausschließlich bergauf, weswegen es wirklich nicht ohne ist und man ganz schön ins Schwitzen kommt!
Da der Einstieg leicht zu übersehen ist, lief ich im Tal etwas orientierungslos herum und fragte schließlich zwei Mädchen, die aussahen als würden sie auch nach dem Trail suchen. Nachdem wir den Weg gefunden hatten, luden sie mich ein, die Wanderung mit ihnen zu machen. Es war wirklich cool, die beiden waren super nett und wir verstanden uns echt gut, auch wenn sie aus Mexiko kamen und nur wenig Englisch sprachen und mein Spanisch sich auf zehn Wörter begrenzt. Der Weg war wahnsinnig anstrengend, wir schwitzten wie noch was und unsere Beine zitterten, aber das Gefühl, als wir oben angelangt waren, war unglaublich! Wenn man gegenüber sportlichen Aktivitäten also nicht komplett abgeneigt ist, lohnt es sich auf alle Fälle, den Grind zu wandern. Außerdem spart man so 10 Dollar, da man nur eine Gondelfahrt bezahlen muss.
Nachdem wir uns oben für eine Weile ausgeruht, den Ausblick genossen und ein paar Fotos gemacht hatten, liefen wir zum Bärengehege, wo zwei aufgezogene Waisenbären leben. Da es auf dem Berg so heiß war, badete der eine Bär, wie man auch auf dem letzten Bild sehen kann. Er sah einfach so süß aus, man glaubt gar nicht, dass Bären so gefährlich sein können...
Anschließend schauten wir uns eine Lumberjack-Show an, da die zufällig gerade stattfand. Es war ganz nett, man muss es aber nicht unbedingt machen, es ist eher was für Kinder... Leider kostet das meiste auf dem Berg, wenn man zum Gipfel will, muss man den Sessellift noch mal extra zahlen,   und für die Wanderung fehlte uns einfach die Kraft. Man kann auch Ziplining gehen, was aber unglaublich teuer ist...
Da wir sowieso echt erledigt waren, gingen wir dann nach einer Weile zur Gondel, um wieder ins Tal zu fahren. Da der Grouse Grind so steil ist, darf man ihn nämlich nicht runter gehen, es würde zu sehr auf die Gelenke gehen und die Unfallgefahr auf dem engen Trail ist viel zu groß...

Wenn ihr genügend Zeit in Vancouver habt, lohnt sich der Ausflug auf den Grouse Mountain auf alle Fälle, vor allem, da die Busfahrt umsonst ist und nur eine halbe Stunde braucht. Ich wäre auch gerne zur Capilano Suspension Bridge gegangen, allerdings kostet dort der Eintritt 30 Dollar, was mir ehrlich gesagt einfach zu viel war... Die 10 Dollar für die Gondelfahrt waren mir da schon lieber, zumal man bei gutem Wetter einfach einen tollen Blick über die Stadt hat und auch der Grouse Grind ein tolles Erlebnis ist! Viele Leute aus Vancouver machen es sich zur Aufgabe, den steilen Trail so schnell es geht hoch zu rennen, es ist echt unglaublich...

24. August 2016

food granville island

Ihr Lieben,
heute habe ich noch mal ein paar Fotos für euch, die in der Markthalle auf Granville Island entstanden sind. Dort findet man alles, Obststände, Fischverkäufer, Metzger, frische Pasta, Ahornsirup, Marmelade, Antipasti, TakeAway, Kuchen und vieles mehr! An einem Stand gab es eine riesige Auswahl an Törtchen, am Liebsten hätte ich alles probiert! Auf den unteren beiden Bildern seht ihr einen Obststand, bei dem die Früchte immer richtig toll aufgetürmt wurden, es sah ziemlich cool aus! Zwar sieht man das nicht auf diesen Fotos, aber den Ahornsirup konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und brachte so einige kleine Fläschchen als Mitbringsel mit nach Hause.
Auf den Granville Island Public Market muss man auf alle Fälle hungrig gehen, sonst ärgert man sich nur, die ganzen Leckereien nicht probieren zu können...

21. August 2016

{Travel} vancouver

Ihr Lieben,
ich freue mich besonders, den heutigen Post zu veröffentlichen, da er von meiner Zeit in Vancouver handelt. Bereits auf dem Weg vom Bahnhof zu meinem Hostel verliebte ich mich Hals über Kopf in die schöne Stadt wobei ich nicht mal genau sagen kann, wieso sie mir so viel besser gefällt als andere Orte, es sind einfach die Atmosphäre, die Straßen, das Wasser und die Berge im Hintergrunde... Noch nie habe ich mich so weit weg von daheim so zu Hause und angekommen gefühlt, auch wenn es vielleicht komisch klingt. 
Aber von vorne: von Seattle aus nahm ich den Bus nach Vancouver, was ungefähr drei Stunden dauert, plus die Zeit, die man an der Grenzkontrolle verbringt, wobei es nach Kanada schneller ging, als in die USA zurück. In Vancouver angekommen nahm ich den Skytrain zu meinem Hostel, welches direkt in Downtown, in der Granville Street lag. In der Granville Street befinden sich all die Bars, Clubs und Geschäfte, es ist also eine der Hauptstraßen der Stadt. Nachdem ich im Hostel eingecheckt hatte ging ich gleich wieder los, um die Stadt noch ein wenig zu erkunden. Wie sich das gehört, holte ich mir erst mal einen (vegetarischen) Hotdog, denn das gibt es wirklich an jeder Ecke. Anschließend lief ich gemütlich die Granville Street entlang in Richtung Canada Place. Spätestens als ich dort ankam, war es um mich geschehen... Nachdem ich mich für eine Weile dort umgesehen hatte, lief ich weiter in Richtung Gastown, wo ich mir die Steamclock, die älteste Dampfuhr der Welt anschaute und ein bisschen durch die Straßen spazierte. Gastown ist wunderschön, man sollte sich diesen Stadtteil keinesfalls entgehen lassen! Die Straßenlaternen sind mit Blumen geschmückt, überall hängen Lichterketten, eine nette Bar ist neben der anderen und die Geschäfte sind auch super süß. Dummerweise hatte ich anschließend aber die Idee, nach Chinatown zu gehen, was sich eher weniger lohnt. Zudem befindet sich direkt dort die Hastings Street, welche man eher meiden sollte, denn dort halten sich die Drogenabhängigen Vancouvers auf. Es ist zwar nicht gefährlich, aber echt unangenehm, die Menschen sehen einfach unglaublich fertig aus, man sieht und merkt ihnen direkt an, dass sie Junkies und total am Ende sind... Naja, deshalb kann ich Chinatown auch nicht wirklich empfehlen... Asiatische Restaurants findet man in ganz Vancouver und die in Chinatown waren sowieso geschlossen, als ich dort war.
Also ging ich wieder zurück nach Gastown und lief von dort aus in der Dämmerung eine Weile die Seawall entlang. Wenn es dunkel wird ist es am Wasser beinahe noch schöner als tagsüber, der Canada Place ist wunderschön beleuchtet, man sieht die Lichter der Lionsgate Bridge und die Kreuzfahrtschiffe legen ab. So hatte der erste Abend in Vancouver einen wunderschönen Ausklang.
Am nächsten Tag lief ich wieder zum Canada Place und dann die Seawall entlang, auf der Suche nach einem Fahrradverleih. In Vancouver wird man da ziemlich schnell fündig, und schon konnte es los gehen in den Stanley Park. Ganz wie es sich gehört, fuhr ich die Seawall um den Park herum, was wirklich schön ist, auch wenn es sich dabei um eine typische Touristen Beschäftigung handelt. Man sollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen! Unterwegs schaute ich mir die Totem Poles an und machte einen kleinen Abstecher in den Wald hinein zum Beavers Lake. Der See ist wunderschön, er ist voll mit pinkfarbenen Wasserlilien und wenn man Glück hat sieht man sogar das ein oder andere Tier. Nachdem ich ein Mal um den See herum gelaufen war, ging es weiter mit dem Fahrrad die Seawall entlang, vorbei am Third Beach, Second Bay und English Bay. 
Nach vier Stunden gab ich des Rad zurück und fuhr mit dem Skytrain zur Scienceworld, von wo aus ich den Aquabus den False Creek entlang fuhr. Der Aquabus ist ungefähr die kleinste Fähre der Welt, es lohnt sich auf alle Fälle, sie zu nehmen, denn so kommt man durch den ganzen False Creek, sieht das Olympic Village, das Stadium, die Scienceworld und Granville Island. Genau dort stieg ich auch aus, schaute über den Markt und die Geschäfte und kaufte mir etwas zu essen. Ich muss zugeben, dass der Public Market dort mir beinahe besser gefiel als der Pike Place Market in Seattle, wo auch alles noch ein bisschen teurer war... Nach dem Essen spazierte ich noch bis zum Olympic Village, am Wasser entlang, was bei Sonnenuntergang echt schön ist. 
Am nächsten Tag nahm ich morgens den free Shuttle zum Grouse Mountain. Mehr dazu kommt, wenn ich die Bilder davon posten werde, sonst wird das hier alles zu viel. Was ich aber schon sagen kann ist, dass es sich wirklich lohnt, dorthin zu gehen, vor allem bei gutem Wetter und guter Sicht!
Am Abend spazierte ich durch das Westend, was auch echt cool ist. In einer ruhigeren Straße lief mir sogar ein Stinktier über den Weg. Im Westend wimmelt es von Restaurants, in einem davon holte ich mir Takeaway, welches ich mitnahm und am Coal Harbour aß. Den sollte man sich übrigens auch auf keinen Fall entgehen lassen, vor allem Abends ist es wunderschön dort!
Da mir Vancouver so gut gefallen hatte, verbrachte ich ganz zum Schluss noch mal eine Nacht dort, bevor es zurück nach Seattle ging. Als ich Nachmittags ankam verabredete ich mich mit einer netten Niederländerin, die ich aus Whistler kannte und mit der ich zusammen im Bus war. Gemeinsam gingen wir noch Mal nach Gastown, wo wir uns umschauten und dann mexikanisch zu Abend aßen, es war super lecker! Anschließend liefen wir bei Sonnenuntergang die Seawall entlang, wobei wir immer wieder anhielten, um Fotos zu machen, denn an dem Tag war keine Wolke am Himmel. So ist auch das oberste Bild entstanden, ich glaube es ist mein Lieblingsbild der gesamten Reise. Gegen zehn liefen wir zum English Bay, wo an dem Tag die Celebration of Light stattfand, ein riesiges Feuerwerk. Es war wunderschön und einfach ein perfekter letzter Abend in Kanada!
Am nächsten Tag schaute ich mir noch ein bisschen die Läden an und ging dann zum Queen Elizabeth Park, von wo aus man einen tollen Blick über die Stadt hat. Da wieder keine Wolke am Himmel war, konnte man im Hintergrund sogar die Berge sehen, es war wirklich wunderschön! Leider hatte ich nicht viel Zeit, da ich zum Mittagessen auf Granville Island mit einem Mädchen, das ich aus Victoria kannte, verabredet war. Wir holte uns etwas auf dem Markt und setzten uns dann in die Sonne. Nach dem Essen nahm ich noch mal den Aquabus und lief dann ein letztes Mal nach Gastown und zum Canada Place. Ich war einfach so glücklich in Vancouver! Doch dann hieß es Abschied nehmen, ich musste meine Sachen im Hostel holen und den Bus zurück nach Seattle nehmen...

Vancouver war definitiv das Highlight meiner Reise, ich habe richtig Fernweh nach der schönen Stadt. An den letzten zwei Tagen hatte ich auch wahnsinniges Glück mit dem Wetter und konnte (endlich) mein Sommerkleid auspacken! Vancouver zählt auf alle Fälle nicht umsonst zu den schönsten Städten der Welt, ich war einfach Hin und Weg.... Ich hoffe, irgendwer hat überhaupt bis hierhin gelesen, denn der Post wurde nun doch etwas lang...

14. August 2016

{Travel} olympic national park

Bevor es für mich nach Vancouver ging, nahm mich der beste Freund meiner Freundin mit in den Olympic National Park, welcher auf der Halbinsel westlich von Seattle liegt. Vielleicht ist euch die Gegend aus Twilight bekannt, denn die Bücher spielen dort. Falls ihr die Filme gesehen habt, kann ich euch versichern, dass die einsamen Highways durch den Wald original so aussehen, wie sie dort gezeigt werden und man erwartet fast, im nächsten Moment einen Werwolf zu sehen.

Aber von Anfang an, ich möchte euch ja nicht mit Vampirgeschichten langweilen. Wir fuhren morgens recht früh los und nahmen die Fähre von Seattle nach Bainbridge Island. Von der aus ging es dann in Richtung der Olympic Peninsula. Nach und nach wurden die Häuser weniger, die Dörfer kleiner und dafür der Wald dichter. Ab und zu konnte man einen See oder Fluss sehen, hier und da eine Siedlung oder einen Campingplatz. Ansonsten waren wir umgeben von Regenwald. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir unser Ziel, die Murhut Falls. Vom Parkplatz aus musste man nur etwa 15 Minuten lang einem Trail durch den Wald folgen, und schon war man vor Ort. Die Wasserfälle sind echt toll, wir waren von riesigen Bäumen umgeben, es ist kein Vergleich zu dem, was man hier in den Bergen und Wäldern zu sehen bekommt! Außer uns waren nur wenige andere Wanderer dort, einer davon balancierte in wahnsinniger Höhe über einen Baumstamm, um ein cooles Bild zu bekommen. Kann man ja mal machen. Wir kletterten auch eine Weile dort herum, fotografierten und hörten dem Rauschen des Wassers zu und genossen die Stille des Waldes, bis wir hungrig wurden und zurück zum Auto liefen.
Wir fuhren zu einer Auster Farm mit Restaurant und aßen Muscheln und natürlich frische Austern. Am vierten Juli hatte ich bereits die gegrillte Version probiert, was sehr lecker war und kaum anders schmeckt als herkömmliche Muscheln. Mit den rohen Austern konnte ich mich dagegen eher weniger anfreunden, die Konsistenz ist einfach komisch und auch der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Dennoch war das Essen sehr gut, wir saßen draußen, mitten im Nirgendwo direkt am Wasser, aus dem die Austern stammten.
Nach dem ruhigen Ausklang des Ausflugs gestaltete sich, hingegen aller Erwartungen ,die Rückfahrt nach Seattle noch als Abenteuer, denn als wir auf die Fähre fuhren, platzte ein Reifen. Nach einigem Hin und Her war jedoch auch das gemeistert und es ging zurück nach Hause. 

Nachdem ich ja, wie bereits im letzten Post erwähnt, sonst nicht wirklich aus Seattle heraus kam, war der Ausflug in den Olympic national park definitiv eines meiner Highlights in den USA. Ich habe mich einfach so in den Regenwald verliebt, es ist so anders, als der gewöhnliche Wald hier in Deutschland, alles ist so groß, so weit, so grün, so geheimnisvoll, so lebendig...

10. August 2016

Skyline.

Wie versprochen bekommt ihr heute meine Bilder der Aussicht vom Kerry Park auf Seattle und den Mt. Rainier zu sehen. Was den Blick auf die Stadt betrifft, ist dieser Park definitiv einer der besten Spots, man sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Besonders toll ist der schneebedeckte Mt. Rainier im Hintergrund, es ist einfach ein ziemlich cooler Kontrast zu der amerikanischen Großstadt davor. Als die Sonne unterging leuchtete der Berg plötzlich, was ihr unten auf dem letzten Foto sehen könnt. Es war einfach wunderschön...

7. August 2016

{Travel} seattle

Ihr Lieben,
wie bereits angekündigt, möchte ich heute beginnen, euch von meiner Reise nach Seattle und Kanada zu erzählen. Damit es für euch ein bisschen übersichtlicher ist, habe ich die Sachen, die ich besucht habe, in einer anderen Farbe geschrieben. Falls ihr also mal nach Seattle kommt, könnt ihr euch vielleicht ein bisschen daran orientieren :) Aber erst mal von vorne: als ich in Italien unterwegs war, habe ich bei meinem Workaway ein Mädchen aus Seattle kennen gelernt und wurde von ihr eingeladen, sie besuchen zu kommen. Nach vielem Überlegen und einigen Entscheidungsschwierigkeiten stand dann endlich fest, dass ich gehen würde.
Am vierten Juli war es dann soweit, von Frankfurt aus ging es über Amsterdam nach Seattle. Dass der vierte Juli der Independence Day ist, hatten wir beim Buchen nicht bedacht... Durch die Zeitverschiebung landete ich am späten Vormittag, meine Freundin holte mich ab und wir ruhten bei ihr zu Hause aus, bis wir Nachmittags zu einer 4th of July Party gingen. Es gab, ganz typisch, Barbecue, Getränke und wir spielten Spiele, bis endlich das Feuerwerk anfing. Der Abend war wirklich schön, auch wenn ich irgendwann einfach nicht mehr konnte, denn ich war mehr als dreißig Stunden wach gewesen und hatte auch davor nur zwei Stunden Schlaf bekommen. Da ich so übermüdet war, war die erste Nacht überhaupt kein Problem, in der zweiten und dritten hatte ich dann aber leider trotzdem mit Jetlag zu kämpfen.
Da meine Freundin arbeiten musste hatte sie selten Zeit, und ich verbrachte die meiste Zeit alleine. Zusammen gingen wir aber ein Mal Kanufahren auf dem Lake Washington, was wirklich schön war,  wir besuchten ein Seafood-Fest, gingen Essen und Trift-Shopping. Das ist in Seattle echt cool, denn es gibt einige große Stores mit ziemlich coolen Second-Hand Klamotten, wo ich auch fündig wurde! Ich war zwar natürlich nicht in allen, aber Goodwill kann ich euch auf alle Fälle empfehlen, die Auswahl ist riesig!
Innerhalb Seattles war es auch kein Problem alleine unterwegs zu sein, denn es fahren ständig Busse überall hin.  Ein paar Mal ging ich durch die Geschäfte in Downtown und zum Pike Place Market, einer riesigen, sehr bekannten Markthalle. Dort findet man auf mehreren Stockwerken alles, was das Herz begehrt. Neben vielen Obst- und lokalen Fischständen gibt es internationale Feinkost, auf den unteren Stockwerken findet man auch Schmuck, Bücher, Süßwaren, Cafés, Zauberläden und und und... Eigentlich kann man allein dort einen ganzen Tag verbringen, es gibt einfach so viel zu sehen (und zu essen).
Ein anderes Highlight ist natürlich die Space Needle, Seattles Wahrzeichen. Man kann bis spät abends hoch gehen, ich selber war auch dort, als es bereits dunkel war und es war einfach toll. Der Blick auf die Stadt, die vielen Lichter, Hochhäuser, die Seen ist einfach unglaublich... Tagsüber bei guter Sicht ist es sicher auch super, wobei man dann am besten Karten vorbestellt oder verkauft, denn es ist schon einiges los und man kommt immer nur blockweise rein.
Um die Space Needle herum befinden sich einige Museen, eines davon, das Experience Music Project, habe ich auch besucht. Die Ausstellungen waren echt cool, Fantasy, Nirvana und World-of-Wearable-Art haben mir besonders gut gefallen. Mit zwanzig Dollar fand ich das Museum aber trotzdem recht teuer... Wobei ich das Gefühl hatte, dass man selten billiger davon kommt, weshalb ich mich dann auch dagegen entschieden habe, das Garden and Glass zu besuchen, obwohl ich glaube, dass es wirklich schön ist.
Dafür habe ich eine Underground Tour gemacht, denn bis zum großen Feuer von Seattle war die Stadt niedriger gelegen, nachdem alles niedergebrannt war, hatte man sich aber dafür entschieden, die Straßen höher zu legen, um die ständigen Überflutungen zu vermeiden. Die Tour war super interessant und der Guide war echt lustig, weshalb man ihm gerne zu hörte. Der Underground selber erinnert eher an die Gänge unterhalb eines Klosters, als an eine richtige Stadt, zumal er nach dem Brand nur als kurzfristige Lösung wieder aufgebaut wurde, um die Zeit zu überbrücken, bis die ganze Stadt höher gelegt wurde. Die schönen Eingänge der Läden wurden so direkt in den ersten Stock gebaut, unten wurde alles einfach gehalten. Die Tour hat sich für mich auf alle Fälle gelohnt, da man so viel über die Geschichte der Stadt erfahren hat und wie gesagt der Guide super cool war.
Das Haus von Kurt Cobain war hingegen eher enttäuschend, da es in Privatbesitz und völlig zugewachsen ist. Im kleinen Park daneben haben Fans auf Bänke Zitate, nette Worte geschrieben und Danksagungen geschrieben, was echt berührend ist. Wenn man viel Zeit hat, ist es ganz schön, dort mal vorbei zu gucken, zumal man in dem Viertel, in dem das Haus steht, die ein oder andere Villa bewundern und an einen kleinen Strand liegen kann. Wenn man nur einen Wochenendtrip macht, gibt es sicher Dinge, von denen man mehr hat, als von einem Haus, das man hinter Büschen nur erahnen kann...
An was es Seattle definitiv nicht mangelt, sind Parks und Strände. Ich habe es geliebt, dort kleine Pausen einzulegen, den Blick zu genießen, ein bisschen mein Buch zu lesen oder zu schreiben. Am letzten Tag war ich sogar schwimmen, denn zum Schluss wurde es dann endlich richtig sommerlich. Vor allem den Discovery Park hat mir super gefallen, man sollte sich das nicht entgehen lassen! Nach einem Spaziergang durch den Wald kommt man irgendwann zum Strand, den ihr auf den untersten Bildern sehen könnt. Der Park beginnt direkt neben einem Wohngebiet, aber sobald man den Wald betritt, vergisst man, dass man sich in einer amerikanischen Großstadt befindet und ist im Urwald. Nur die Hydranten, an denen es nicht mangelt, erinnern an die Zivilisation. Der Discovery Park ist der perfekte Ort, um mal raus aus der Stadt zu kommen, wenn man nicht die Zeit (oder das Auto) hat, um wirklich in die Natur zu kommen!
Auch der Kerry Park ist zu empfehlen, wobei das eher ein typischer kleiner Stadtpark ist. Allerdings hat man von dort aus den besten Blick über Seattle, die Space Needle und, bei gutem Wetter, den Mount Rainier im Hintergrund. Der mit Schnee bedeckte Vulkan sieht einfach wunderschön aus, vor allem mit der Stadt im Vordergrund! Ich hätte so gerne einen Ausflug dorthin gemacht, allerdings braucht man dafür ein Auto und meine Freundin hatte leider keine Zeit, mit mir hin zu fahren... Die Bilder vom Kerry Park werdet ihr übrigens am Mittwoch zu sehen bekommen, da es einfach zu viele in diesem Post wurden.
An einem Tag machte ich einen kleinen Ausflug mit der Fähre nach Bainbridge Island. Der Besuch der Insel gehört definitiv auch zu meinen Highlights in Seattle, denn das kleine Städtchen ist einfach super süß. Es gibt zahlreiche nette Läden, viele Möglichkeiten zum Essen und sogar eine Walddorf-Schule. Nach nur 30 Minuten Bootsfahrt (mit Blick auf Seattles Skyline), ist man in einer anderen Welt, in der alles viel kleiner, netter und ruhiger ist, irgendwie unwirklich. Ich aß Sommerrollen, setzte mich ans Wasser und schaute mir die kleinen Geschäfte an. Es war wirklich schön, zumal auch das Wetter mitspielte! Leider bin ich mit den Fotos nicht so zufrieden, weshalb ich hier keine von dem Ausflug poste...

Etwas kritisch fand ich die unzähligen Obdachlosen, Drogenabhängigen und Alkoholiker, die sich direkt in Downtown Seattle vor dem Pike Place Market und den Geschäften aufhalten. Da ich meistens alleine unterwegs war, ging ich immer wenn es dunkel wurde zurück zu meiner Freundin, denn als Mädchen war mir das schon echt unheimlich... Insgesamt war es schade, dass meine Freundin so wenig Zeit hatte, da sie noch am Anfang sagte, was wir alles rund um Seattle unternehmen würden, letztendlich hat dann leider nichts davon geklappt, weshalb zehn Tage in der Stadt etwas lange waren, aber ich habe mich schon zur Genüge darüber geärgert. Aber ich konnte es nicht wissen und so hatte ich eben ein paar entspanntere Tage.