Home About Contact Cooperation Impressum

24. Mai 2015

So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.

Vor fast 12 Jahren bin ich in die Schule gekommen. Ich konnte es damals kaum erwarten, endlich auch ein Schulkind zu sein. Ich weiß noch genau, wie ich mich über die ersten Hausaufgaben gefreut habe und wie stolz ich war. Allgemein mochte ich die Schule in den ersten vier Jahren total gerne, ich habe mich meistens darauf gefreut, fand Hausaufgaben nicht schlimm und auch Klassenarbeiten waren kein Problem für mich.
In der vierten Klasse konnte ich es kaum erwarten, endlich auf die Weiterführende Schule zu kommen und an meinen ersten Schultag im Gymnasium kann ich mich noch ganz genau erinnern. Ich war total aufgeregt, kannte niemanden und war gespannt auf die neue Schule (ein Mädchengymnasium). Am Anfang machte mir auch dort der Unterricht noch Spaß und ich habe mich sehr wohlgefühlt. Das Bedürfnis, auf ein normales, gemischtes Gymnasium zu wechseln hatte ich sowieso eigentlich nie, für mich war diese Schule die Richtige, ich hatte mich selbst dazu entschieden dort hin zu gehen und habe diese Entscheidung auch nie bereut.
Später verlor ich immer mehr die Freude an der Schule, was keineswegs an unserem Gymnasium lag, sondern schlichtweg am gesamten System mit G8, an dem damit verbundenen Leistungsdruck und daran, dass es so strenge Bildungspläne gibt, die kaum Freiheit lassen. Ich finde es sehr schade, dass es so wenige Wahlmöglichkeiten gibt bezüglich der Fächer und dass die Wahl der Kurse in der Jahrgangsstufe durch Vorschriften praktisch komplett eingeschränkt wird. Fächer wie Philosophie und Psychologie (die ich persönlich total interessant finde), gibt es nur als sogenannte Orchideenfächer, was bedeutet, dass sie als Füllfächer benutzt werden können und nicht zwingend ins Zeugnis zählen. Mündliches Abitur kann man in ihnen auch nicht halten. Der Schulalltag, den ich früher mochte, war für mich immer geprägt von Druck und starren Vorgaben, was wohl der Grund ist, weshalb ich eine große Abneigung gegenüber dem Bildungssystem entwickelte, auch wenn die Schule für mich nie ein Problem war und ich immer gut war.
Aber ich möchte mich nicht nur auf die negativen Seiten konzentrieren, denn die Schulzeit war auch eine wunderschöne Zeit, ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, so viele verschiedene Persönlichkeiten, ich hatte eine tolle Klasse, eine tolle Stufe und teilweise sehr nette, coole Lehrer. Wir haben zusammen so viel erlebt, waren im Kloster, in den Alpen, auf Besinnungstagen, auf Amrum, in Assisi, Berlin, Amsterdam und Köln. Wir hatten so viel Spaß, haben einander kennengelernt und ins Herz geschlossen. Es gab zwar viele langweilige Stunden, aber genauso gab es interessante, lustige und tolle Stunden, von den Pausen muss ich wohl gar nicht erst anfangen.
Ich kann es kaum glauben, dass all dies jetzt praktisch vorbei ist und wir nach dem mündlichen Abi nur noch für die Zeugnisvergabe und den Abiball alle zusammen sein werden. Ich freue mich zwar auf das was danach kommt und es macht mich sehr traurig, dass dieser Lebensabschnitt voller Höhen und Tiefen sich nun dem Ende neigt. Ich möchte all das festhalten und nicht mehr loslassen. Die Zeit, die Menschen, die Momente, die Erinnerungen, jeden, alles.

1 Kommentar :

  1. Dein Text spricht mir total aus der Seele! Bin gerade in der selben Situation, hab noch ein Kolloquium und damit ist die Schule dann für mich zuende...werde die Zeit auf jeden Fall vermissen :')
    Liebe Grüße, Marie
    von www.bambina-marie.blogspot.de

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über jeden positiven Kommentar. Für Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen. Fragen wenn möglich bei ask.fm